In der Einführungsveranstaltung werden Sie thematisch und organisatorisch in den Zertifikatskurs eingeführt. Sie lernen die Teilnehmenden kennen und können erste Fragen klären.
Drei bis fünfzehn Prozent aller Schüler:innen sind von Schwierigkeiten im mathematischen Lernen betroffen. Die grossen Schwankungen in der Prävalenzrate sind eine Folge von nicht einheitlich gebrauchten Begriffen (Dyskalkulie, Rechenschwäche) und Diagnosekriterien, verschiedenen Testinstrumenten und unterschiedlichen Alterszeitpunkten bei der Diagnosestellung. Wir beleuchten die Erscheinungsformen von Rechenschwäche aus unterschiedlichen Perspektiven und diskutieren eine Vielzahl von möglichen Ursachen. Um das Phänomen Rechenschwäche zu verstehen, ist es wichtig, zunächst die unbeeinträchtigte Entwicklung des Zahlbegriffs genau zu kennen.
Inhalte:
- Rechenschwäche: Definition, Ursachen und Erscheinungsformen
- Schwierigkeitsbereiche
- Fehler-/Fehlvorstellungen
- Zahlbegriffserwerb
Effektive Förderung orientiert sich am Verständnisaufbau. Aufgrund des hierarchischen Aufbaus mathematischer Inhalte wird das Weiterlernen erschwert, wenn grundlegende Konzepte nicht verstanden sind. Passende Materialien und der Wechsel zwischen verschiedenen Darstellungsformen fördern das Verstehen und Behalten mathematischer Inhalte.
Die Diagnostik ist ein sensibler Bereich im Umgang mit Kindern. Es braucht Verfahren, um den Lernstand zu erheben, damit gezielte Förderung erfolgen kann. Sie lernen Testverfahren kennen und bewerten diese nach Kriterien.
Inhalte:
- Hierarchie mathematischer Inhalte
- Operationen I. Stufe
- Ablösung vom zählenden Rechnen
- Didaktische Materialien
- Bezug Lehrplan 21
- Standardisierte Tests
Anhand der Ergebnisse der quantitativen Diagnostik wird ein Förderbereich festgelegt. Sie lernen, wie ein diagnostisches Gespräch (qualitative Diagnostik) vorbereitet und durchgeführt wird, damit sie differenzierte Erkenntnisse bezüglich der Lernvoraussetzungen sowie der Denkwege der Lernenden gewinnen können. Dies ist unabdingbare Voraussetzung für eine passgenaue Förderung.
Noch einmal greifen wir die Wichtigkeit des Aufbaus von Grundvorstellungen auf. Wir thematisieren die Operationen 2. Stufe sowie die Prinzipien des Stellenwertsystems.
Inhalte
- Prozessdiagnostik
- Multiplikation/Division
- Stellenwertsystem
- Methodisch-didaktische Aspekte im integrativen Unterrichtssetting
- Bezug zum Lehrplan 21
Der sichere Umgang mit Zahlen und Grössen und deren Anwendung in Sachkontexten (Proportionalität, Prozent, grafische Darstellungen) ist im Alltag bedeutsam. Die Themenbereiche Bruchrechnen, Rechnen mit Grössen und Sachrechnen verursachen bei vielen Lernenden grosse Schwierigkeiten. Diese entstehen nicht erst in der 5. und 6. Klasse, sondern sind die Folge von Lücken im Basisstoff der ersten vier Schuljahre. Es wird aufgezeigt, wie die Erarbeitung dieser Themenbereiche in Verbindung mit dem Aufarbeiten fehlender Vorkenntnisse erfolgen kann.
Inhalte
- Anteile, Brüche
- Dezimalzahlen
- Prozente
- Proportionalität
- Grössen
- Methodisch-didaktische Aspekte im integrativen Unterrichtssetting
- Bezug zum Lehrplan 21
Leitung
Marianne Walt, lic. phil.
Senior Lecturer
Fachliche Lernprozesse sind stets sprachlich vermittelt. Für sprachlich schwache Lernende muss sowohl die Fachsprache als auch die Bildungssprache zum unterrichtlichen Lerngegenstand werden. Vielfach haben Lernende im Unterricht nicht die Möglichkeit, an ihrem individuellen Vorwissen bzw. ihren eigenen Strategien anzuknüpfen und damit oft kaum eine Chance, neue Inhalte zu verstehen. Damit am Vorwissen angeknüpft werden kann, müssen Schüler:innen in verschiedenen Phasen des Lernprozesses ihr Vorwissen und ihre «Denknetze» sichtbar machen. Dabei spielt das Verbalisieren eine entscheidende Rolle.
Inhalte
- Sprachsensibler Mathematikunterricht
- Aufbau von Bildungs- und Fachsprache
- Mathematik in eigenen Worten: Verbalisieren von Vorgehensweisen
Leitung
Marianne Walt, lic. phil.
Senior Lecturer
Anne Rahn, MA
Universität Siegen
Sieglinde Waasmaier, Dr.
Ludwig-Maximilians Universität München
Für Schüler:innen mit mathematischen Lernschwierigkeiten ist das Fach Mathematik häufig mit negativen Lernerfahrungen und Emotionen verbunden. Mangelndes mathematisches Verständnis kann jedoch nicht einfach mit «mehr Üben» beseitigt werden. Üben kann einerseits dem Verständnisaufbau dienen, oder es können bereits aufgebaute Vorstellungen gefestigt und Rechnungen automatisiert werden. Es geht auch darum, Strategien zu kennen und anwenden zu können. Üben hat daher in der Förderung einen grossen Stellenwert. Um genügend Zeit fürs Üben zu haben, ist eine Fokussierung auf Schlüsselkompetenzen zentral.
Inhalte
- Formen von Üben
- Orientierung an Schlüsselkompetenzen
- Strategien
- Spiele
- Motivationsförderung, Abbau von Ängsten
Ein experimentell und handlungsorientiert aufgebauter Geometrieunterricht ermöglicht den Lernenden wichtige geometrische Grunderfahrungen und schult das Raumvorstellungsvermögen. Nicht selten können Schüler:innen mit Schwierigkeiten in der Arithmetik und im Sachrechnen geometrische Aufgaben erfolgreich bearbeiten. Die Geometrie kann als Anlass für arithmetische Aktivitäten genutzt werden.
Bei Problemlösungsaufgaben sind die Wege offen, sie müssen gesucht, erprobt und genutzt werden. Wie gelingt es, dass alle Schüler:innen am Hervorbringen von Problemlösungen an gemeinsamen Aufgaben teilhaben können?
Inhalte
- Handlungsorientierung in Geometrie
- Verbindung Geometrie - Arithmetik
- Problemlöseaufgaben
- Aufgaben öffnen
Zum Abschluss präsentieren Sie Ihr individuell erstelltes Portfolio. Wir tauschen uns über die gemachten Lernerfahrungen aus. Es werden rückwirkend wichtige Lernergebnisse gewürdigt und wir feiern Ihre Lernerfolge.
Detailinformationen
CAS Förderung bei Rechenschwäche
Kategorie Weiterbildung